Archiv für den Monat: Oktober 2013

Sehenswürdigkeiten im Vinschgau – Kloster Marienberg

Marienberg

Keine Region Europas ist so reich an Burgen und Schlössern, wie das an der Alpensüdseite liegende Südtirol! Und vor allem der Vinschgau bietet eine Vielzahl von historischen Bauten und Sehenswürdigkeiten!

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Das Kloster Marienberg

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Beeindruckend überragt die Benediktinerabtei Marienberg bei Burgeis, oberhalb von Mals, die Obervinschger Talebene. Einst war Kloster Marienberg eine Stiftung der Edlen von Tarasp aus dem 12. Jhr, doch bereits im 16. Jahrhundert sollte die Abtei aufgelöst werden, nur dem Papst und der Tiroler Landesregierung ist es zu verdanken, dass dies aus politischen, aber natürlich auch aus religiösen Gründen, verhindert werden konnte. Seine Blütezeit erlebte Kloster Marienberg im 17. Jahrhundert unter der Leitung des deutschen Abtes Matthias Lang. In dieser Zeit stieg die Anzahl der Mönche rasant an, und es konnte daraufhin im Jahre 1724 in der Kurstadt Meran das humanistische Gymnasium gegründet werden, diesem wurde schon bald ein Knabenkonvikt angeschlossen. 1807 wurde die Abtei von der Bayerischen Regierung aufgehoben, daraufhin wurde das gesamte Kloster, die Kirche und die Bibliothek geplündert und vinschgau-marienbergdie Mönche vertrieben. Auch musste das Gymnasium in Meran seine Tore schließen. Jedoch kurze Zeit später, im Jahre 1816, konnte das Kloster Marienberg auf Wunsch von Kaiser Franz I. wieder hergestellt werden.

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Auch das Meraner Gymnasium konnte sich über neuen Aufschwung freuen und wurde im 19. Jhr. zu einem Bildungszentrum ersten Ranges. Die Freude währte nur kurz, denn schon 1928, also 100 Jahre später, wurde es aus politischen Gründen wieder geschlossen. In den Nachkriegsjahren beherbergte das Kloster Marienberg selbst ein Privatgymnasium mit 5 Klassen (von 1946 bis 1986).  Im Jahre 2007 wurde im Kloster-Erdgeschoss ein Museum errichtet, welches einen beeindruckenden Einblick in das Leben der Mönche gibt. Diverse Ausstellungsstücke erzählen vom Leben hinter den Klostermauern und berichten von der 900 Jahre alten Geschichte der Abtei. Die bekannten romanischen Fresken der Krypta werden auf einer Filmleinwand gezeigt. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt € 5,00 und der Eintritt für Kinder bis 14 Jahren ist kostenlos.

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Geöffnet ist das Museum vom 15.03.2013 – 31.10.2013, jeweils von Montag bis Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr und dann wieder vom 27.12.2013  – 05.01.2014, jeweils von Montag bis Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr.

Bildquelle:  Optimaclicks Ltd:

Ortler – Höchster Berg Südtirols

Bergwelt_Suedtirol

Wenn man der Sage Glauben schenken möchte, so handelt es sich bei König Ortler um einen versteinerten Riesen… Riesig ist er – mit seinen 3.905 m ist der höchste Berg Südtirols. Es ist wohl Traum eines jeden Bergsteigers einmal auf dem Gipfel des Ortler zu stehen oder diesen zumindest einmal bei einer Wanderung in Sulden von unten gesehen zu haben. Der Ortler, auf Italienisch “Ortles”, ist der Hauptgipfel der Ortleralpen, welche zu den Südlichen Ostalpen gehören. Der stark vergletscherte Berg liegt im oberen Vinschgau, nahe an der Grenze zu den italienischen Provinzen Lombardei und Sondrio, sowie der Schweizer Staatsgrenze. Drei markante Grade, der Ost-, Süd- und Nordgrad kennzeichnen den Ortler, welcher die gesamte vergletscherte Region vom Stilfserjoch, über das Martelltal bis hin zum Tonalepass im Trentino, umfasst. Zudem ist fast die gesamte Gebirgsgruppe im Nationalpark Stilfserjoch eingegliedert.

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Ortler – Entstehung und Erstbesteigung

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Hauptsächlich besteht der Ortler aus Hauptdolomit. welches ein Flachwasser-Sedimentgestein der Obertrias ist, genauer gesagt des Noriums. Die typische waagrechte Bankung tritt auch in den nahe gelegenen Dolomiten auf. Im Unterschied zu den Gesteinen dort jedoch, ist der Ortlerdolomit metamorph überprägt, das heißt er wurde vor etwa 90 8 Gipfelmarsch SüdtirolMillionen Jahren unter hohem Druck in der Oberkreide auf 400°C erhitzt. Einer Theorie zufolge, geschah dies bei der nordwärts gerichteten Verschiebung der heutigen Nördlichen Kalkalpen über die Ortleralpen hinweg. Das Gestein des Ortler zeichnet sich, neben seiner dunkleren, grauen Farbe, vor allem durch das Fehlen von Fossilien aus, da diese während der Metamorphose zerstört wurden. Zudem liegt der Dolomit des Ortlers deutlich höher als in allen anderen Verbreitungsgebieten dieser Gesteinsart. Nach dem Eiger ist der Ortler der zweithöchste aus Sedimentgestein bestehende Gipfel der Alpen. Der Ortlerdolomit unterliegt deswegen einem deutlich höheren Ausmaß an Frostverwitterung, wie der Fels der Dolomiten. Dieser ist stark von flüssigem Wasser geprägt, weist eine glattere Oberfläche und große Brüchigkeit auf, wodurch er sich auch schlechter zum Klettern eignet.

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Bestiegen wurde der Ortler erstmals, auf Befehl von Erzherzog Johann von Österreich im Jahre 1804, von dem aus St. Leonhard im Passeier stammenden Josef Pichler, genannt Pseirer Josele. Die Erstbesteigung des damals höchsten Berges Österreichs, war ein wichtiges alpinistisches Ereignis.

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Im ersten Weltkrieg war der Berg Schauplatz erbitterter und harter Kämpfe. Die k.u.k. Armee errichte auf dem Ortler die höchstgelegene Stellung des 1. Weltkriegs.